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Pferdeweiden – Worauf man als Halter achten sollte

 Übermütig tollende Pferde auf einem dichten Grasteppich – welchem Pferdefreund würde bei diesem Anblick nicht das Herz höher schlagen? Ihren Drang nach Bewegung können Pferde immer noch auf der Weide am Besten ausleben. Doch die Realität sieht oft anders aus: Viele Pferdeweiden sind zu morastigen Auslaufflächen geworden und liefern nur noch minderwertiges Futter. Der Aufwuchs auf den Weideflächen ist zudem oft massiv mit Larven von Eingeweideparasiten verseucht. Unter unseren Klima- und Bodenverhältnissen werden Weiden oftmals stark belastet.

Um wieder eine dichte, strapazierfähige Narbe mit hoher Futterqualität zu erhalten, gilt es jetzt im Frühjahr die richtigen Maßnahmen zur Weidepflege zu ergreifen. Denn gut gepflegte Weiden sind beste Voraussetzungen für gesunde und leistungsfähige Pferde.

 

Weidemanagement

 

Pferde strapazieren die Weide durch ihren starken Bewegungsdrang und dem daraus resultierenden bodenverdichtenden Tritteffekt. Der Tritt der Weidetiere fördert einerseits die Narbendichte, schädigt aber auf der anderen Seite auch direkt die Pflanzen durch zertreten. Das Ausmaß einer solchen Schädigung hängt von der Größe der Pferde, dem Hufbeschlag und ihrem Bewegungsdrang ab. Schnelles Stoppen und Wenden beim Laufen verursachen hier massive Zerstörung von Bewuchs und Bodengefüge. Bei hoher Feuchtigkeit oder zu großer Besatzdichte kann es zur völligen Zerstörung der Narbe kommen. Besonders betroffene Bereiche sind Weideeingänge und die Bereiche um die Tränken und Futterraufen. Hier empfiehlt sich regelmäßiges Abschleppen der Weide und Nach- bzw. Übersaat.

Des weiteren beanspruchen Pferde die Grasnarbe durch selektiven und sehr tiefen Verbiss. Ein weiteres Problem ist das bevorzugte Abkoten in bestimmten Bereichen ® Geilstellen. Diese Flächen bleiben bei der Futteraufnahme weitgehend verschont, es bilden sich so „Inseln“ besiedelt durch Gräser und Kräuter mit hohen Nährstoffansprüchen, die durch Kahlfraßstellen unterbrochen sind. Wichtig ist daher die Einhaltung von ausreichend langen Weidepausen, damit die Grasnarbe Zeit hat, sich zu regenerieren. Optimal wäre ein Nutzungswechsel, beispielsweise durch Beweidung mit Rindern oder durch die Einschaltung einer Schnittnutzung zur Gewinnung von Heu oder Silage.

Nach jeder Beweidung durch Pferde sollte ein Reinigungsschnitt erfolgen, um die verschmähten Futterpflanzen (Brennnessel, Ampfer) am Absamen oder an der vegetativen Ausbreitung zu hindern. Diese Maßnahme verjüngt den Bestand, fördert die Narbendichte und verhindert überständiges und verpilztes Futter. Das Mähgut sollte stets von der Weide abgefahren werden, denn die Schwadbildung erstickt die darunter liegende Grasnarbe und führt unter Umständen zur Verunkrautung. Der gemähte Aufwuchs wird oftmals von den Pferde gefressen, was nicht so gut ist, denn das angewelkte Gras kann unter Umständen zu Kolik führen. Daher ist es wichtig, den abgemähten Rest stets von der Weide zu räumen.

Die Nachmahd bzw. der Reinigungsschnitt bewirkt darüber hinaus bessere Futteraufnahme von Geilstellen in den Folgeaufwüchsen. Im Spätherbst, nach dem Abtrieberhöht die Nachmahd die Winterfestigkeit, doch auch hier gilt: nie kürzer als 5 –7 cm mähen.

 Die beste Möglichkeit der Geilstellenbekämpfung ist das regelmäßige absammeln des Kotes. Diese Maßnahme reduziert darüber hinaus deutlich den Befall von Weideparasiten. Bei hohen Besatzstärken und stark ausgeprägten Geilstellen ist das Kotabsammeln die einzige Möglichkeit der effektiven und hygienischen Weidepflege.

  

Das oft praktizierte Mulchen der Weide nach jeder Beweidung führt dagegen zur Ausbreitung der Parasitenlarven von den Kotstellen über die gesamte Fläche und kann daher nicht empfohlen werden.  

Um das Parasitenproblem beim Pferd möglichst gering zu halten ist es sehr wichtig, dass das Zusammenspiel von Weidehygiene und Medikamenteneinsatz stimmt. Alle Pferde sollten mindestens 3 mal pro Jahr medikamentös entwurmt werden. Denn nur, wenn man parasitenfreie Pferde auf  entsprechende Weiden bringt, bleibt der Parasitendruck für längere Zeit sehr gering. Es ist darauf zu achten, dass alle Pferde, die zusammen auf einer Weide stehen, gründlich und regelmäßig entwurmt werden, denn es nutzt nichts, wenn nur einige Parasitenfrei sind und die anderen nicht, denn diese scheiden in ihren Exkrementen Larven und Eier aus, die dann von den anderen unfreiwillig aufgenommen werden und sich so verbreiten.

 

Bessere Weidequalität durch ausgewogene Düngung

 Weideland für Pferde sollte nicht irgendeinen grünen Bewuchs beinhalten, sondern muss ein ausgewogenes Konglomerat aus Gräsern und Kräutern aufweisen.

Neben den allgemeinen Maßnahmen der Weidepflege muss auch die Düngung darauf ausgerichtet werden, einer Verschlechterung der Narbe entgegenzuwirken und eine optimale Qualität des Aufwuchses sicherzustellen. Gute Pferdeweiden zeichnen sich neben den verschiedenen Gräsern auch durch das Vorhandensein von diversen Kräutern (Mineralstofflieferanten) aus. Das Vorhandensein der verschiedenen Arten hängt stark von der Bodenbeschaffenheit ab. Auf Basalt- oder Kalksteinböden können andere Arten wachsen, als auf Sand- oder Lehmböden.  

Vorraussetzung für die optimale Düngung der Weideflächen ist eine Bodenuntersuchung (Ansprechpartner hierfür ist die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt LUFA). Der Boden wird dabei auf seine Grundnähstoffe Phosphor (P2O5), Kalium (K2O), Calcium (CaO) und Magnesium (Mg) sowie auf seinen Kalkzustand untersucht. Nur so können die Nähstoffvorräte im Boden erfasst werden und Über- oder Unterversorgung festgestellt werden. Mit dem Ergebnis der Untersuchung erhält der Pferdehalter eine Empfehlung über die zu düngenden Nährstoffmengen.

Ziel ist die Erzeugung eines schmackhaften und mineralstoffreichen Futters, das möglichst frei von Parasiten und Krankheitserregern ist, sowie die Ausbildung einer dichten, tragfähigen Grasnarbe, die der starken Trittbelastung standhält. Langfristig gesehen wird die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch regelmäßige Ergänzung der Nährstoffvorräte gemäß der Ergebnisse der Bodenuntersuchung angestrebt.

Gerade bei Pferdeweiden gibt es hinsichtlich der Düngung einige Besonderheiten zu beachten. Der pH-Wert als wichtiger Parameter sollte bei Pferdeweiden zwischen 5,5 und 6,0 liegen.

Eine harmonische und ausgewogene Pflanzenernährung ist nicht nur bei der Grunddüngung sondern erst recht bei der Stickstoffdüngung anzustreben. Stickstoff ist der Motor pflanzlichen Wachstums. Durch Nitratdüngern, die sehr schnell wirken, werden vor allem die weniger wertvollen Obergräser zum Massenwachstum angeregt, dadurch lockert sich die Grasnarbe auf und die Weide wird so weniger strapazierfähig. Durch übermäßigen Stickstoffeinsatz sinken jedoch die Mineralstoffgehalte im Futter und der Eiweißüberschuss im Futter kann bei Pferden zu Kolik führen. Deshalb reichen auf den reinen Weideflächen ja nach Nutzungsintensität 25 bis 40 kg Reinstickstoff, bei Schnittnutzungen 30 bis 50 kg je Hektar. Nährstoffe, die während der Beweidung als Exkremente auf die entsprechenden

 

Weideflächen ausgeschieden werden, müssen in jedem Fall bei der Ermittlung der Düngemenge berücksichtigt werden.

Die Qualität des Futters ist bei der Pferdeweide von größter Bedeutung. Langsam wirkende Stickstoffdünger fördern blattreiche Untergräser und sorgen auf diese Weise für eine dichte belastbare Narbe.

Speziell KALKSTICKSTOFF ist der ideale Dünger für Pferdeweiden. Sein Stickstoff wirkt langsam und gleichmäßig über mehrere Wochen. Der hohe Gehalt an sofort verfügbarem Kalk stoppt die Bodenversauerung und erhöht den Calciumgehalt im Futter. In den ersten Tagen nach dem Ausbringen hat Kalksstickstoff eine beachtliche herbizide Zusatzwirkung gegen Moos, Löwenzahn, Ehrenpreis und Vogelmiere sowie allen Unkräutern im Keimlingsstadium. Auch Giftpflanzen Hahnenfuß und Wiesenschaumkraut werden bei regelmäßiger Anwendung von Kalkstickstoff fast vollständig aus der Weide eliminiert. Wichtig für extensive Flächen, für die Ausgleichszahlungen gewährt werden: Die Kalkstickstoffanwendung gilt nicht als Herbizideinsatz, sondern als Düngemaßnahme!

Kalkstickstoff hat weiterhin eine weidehygienische Wirkung, denn das Calciumcyanamid des Kalkstickstoffes vernichtet auf der Weide die Eier und Larven von Magen-Darm- und Lungenwürmern, sowie die Leberegelschnecken.

Der optimale Zeitpunkt, um die überwinternden Parasitenlarven auf den Weideflächen zu bekämpfen, liegt im zeitigen Frühjahr. Etwa zur Zeit der Forsythienblüte werden optimaler Weise 300 bis 400 kg geperlter Kalkstickstoff pro Hektar Weidefläche gestreut. Hierbei ist zu beachten, dass die Grasnarbe zum Zeitpunkt der Ausbringung abgetrocknet ist, die Bodenoberfläche hingegen sollte feucht sein. Bereits nach 14 Tagen hat sich der Kalkstickstoff vollständig in Pflanzennähstoffe umgewandelt und einer Beweidung der Fläche durch Pferde steht nichts mehr im Wege.

Eine solche Kalkstickstoffdüngung (60 kg Reinstickstoff je Hektar) hat eine langsame und nachhaltige Wirkung und hält somit bis zur zweiten Nutzung an. eine Nachdüngung ist somit erst zum dritten Aufwuchs hin erforderlich.  

Festzuhalten bleibt: Die Weidehygiene mit Kalkstickstoff ist kein Ersatz für eine medikamentöse Entwurmung der Pferde, sondern lediglich eine sinnvolle Ergänzung. Die Wirkung des Düngers hilft eine rasche Wiederansteckung der behandelten Pferde auf der Weide zu verhindern, darf aber nie als Ersatz gesehen werden.

 

Der Nährstoffbedarf der Pferdeweide ist mit Stickstoff allein nicht gedeckt. Gerade bei Weiden für Pferde sollte ein besonderes Augenmerk auf die Begleitnährstoffe in den Düngemitteln, die der Tiergesundheit dienlich sind, gelegt werden. Mit Volldüngern lassen sich zwar mehrere Nährstoffe in einem Wurf sehr arbeitssparend ausbringen, man ist aber an die vorgegebenen Nährstoffverhältnisse und –formen gebunden. Aufgrund dieser Tatsache kann es für einzelne Nährstoffe leicht zur Überdüngung kommen, dies wirkt sich negativ auf die Futterqualität aus und sollte auch aus Umweltschutzgründen vermieden werden.

Gerade bei Pferdeweiden ist es besser mit Einzeldünger zu arbeiten und diese dem jeweiligen Versorgungszustand des Bodens anzupassen bzw. den speziellen Anforderungen der Weide. Speziell für die Pferdeweiden sind folgende Inhaltsstoffe noch sehr wichtig:

Kalium & Magnesium

Kalium ist beim Tier für die Regelung des osmotischen Druckes in den Zellen unentbehrlich und somit in sämtlichen Organen und in der Muskulatur den Pferdes wiederzufinden. Kalium ist weiterhin verantwortlich für die Aktivität der Enzyme, die an der Glykolyse beteiligt sind.  

Für das Pferd steht Kalium bei hohen Raufuttermengen ausrechend zur Verfügung. Überschüssige Kalium Mengen werden sehr gut toleriert.

 Magnesium ist wichtig für die Funktion vieler Enzyme, vor allem im Nerven- und Muskelgewebe. Zur Zeit der Laktation und während des Knochenwachstums ist beim Pferd ein besonders hoher Bedarf an Magnesium. Mg-Mangel macht sich durch Erregbarkeit und Muskelkrämpfe bemerkbar.

Beim Düngen ist zu beachten, dass bei hohem Kaliumangebot aus dem Boden weniger Magnesium aufgenommen werden kann, d.h. die Pflanzen können bei überhöhter Kaliumgabe

zu wenig Magnesium aus dem Boden aufnehmen. Zu empfehlen ist daher ein Düngemittel mit einem sehr engen Verhältnis von Kalium zu Magnesium, beispielsweise Magnesia_Kainit. Dieser Dünger enthält 11% K20, 5% MgO, 20% Na und 5% S. Diese Zusammensetzung ist als natürliches Rohsalz sogar im ökologischen Landbau zugelassen. Magnesia-Kainit  erhöht den Magnesiumgehalt im Boden und somit auch in der Pflanze. Durch das Natrium (Na) wird zudem die Schmackhaftigkeit des Aufwuchses gesteigert und der Gehalt an Schwefel trägt essentiell zur Erzeugung von hochwertigem Grundfutter bei. Natrium ist zudem verantwortlich für die Erhaltung des osmotischen Druckes in der extrazellulären Flüssigkeit und für die Regulierung des Säure- Basenhaushaltes, sowie dem Wasserhaushalt des Tieres. Der Na-Bedarf steigt bei Bewegungsleistungen an. Einseitiger Mangel führt zur Gewichtsabnahme, trockener Haut und Leistungsschwäche. Auf jeder Ganztagesweise sollte sich daher auch ein Salzleckstein befinden, wo die Pferde zusätzlich ihren Bedarf decken können. Alle anderen Pferde sollten einen Salzleckstein in der Box vorfinden. Durch eine gezielte Nährstoffversorgung der Weiden wird man so den Ansprüchen der Pferde gerecht und man kann sich über gesunde Tiere freuen.

Calcium-Phosphor-Verhältnis

Das Verhältnis dieser beiden Mineralstoffe sollte im Weidegras 1,5 bis 2:1 betragen. Durch eine einseitige Phosphordüngung sinkt dieser Wert unter die kritische Grenze von 1:1, was gerade bei Jungpferden zu Entwicklungsstörungen und Knochendeformationen führen kann. Ein ausgewogenes Verhältnis von Ca:P ist für die Entwicklung des Knochenapparates wichtig, besonders bei Fohlen und Jungpferden.  

 Calcium5,0 g/kg TS

Phosphor3,3 g/kg TS

Ca:P Verhältnis1,5 bis 2:1

Magnesium1,8 g/kg TS

Natrium2,0 g/kg TS

Kalium4,5 g/kg TS

Kupfer10-12 mg/Kg TS

Zink50 mg/kg TS

Tabelle 1: Angestrebte Mineralstoffgehalte im Grünland

  Düngefahrplan für die Pferdeweide

 

Vorraussetzung für eine gezielte Düngung mit den beschriebenen  Grundnährstoffen ist immer eine gründliche Bodenuntersuchung.

GRUNDDÜNGUNG:

Phosphor, Kalium, Magnesium, Natrium und Schwefel sowie die Kalkung werde mit Magnesia-Kainit (11% K20, 5% MgO, 20% Na, 5% S) oder Thomaskali (10% P2O5,

  20%K2O, 3% MgO, 2% S) gedüngt. Spurenelemente werden alle 3 bis 4 Jahre ergänzt. Hierfür eignet sich besonders EXELLO-Weide.

Die Grunddüngung und die Kalkung erfolgen optimaler Weise während des Winterhalbjahres.

STICKSTOFFDÜNGUNG:

Zu Vegetationsbeginn werden 3 bis 4 dt/ha Kalksstickstoff (19,8% Stickstoff, 50% Kalk) auf den feuchten Boden, jedoch auf eine getrocknete Grasnarbe ausgebracht. Wirkung uns Vorteile sind bereits weiter oben ausführlich beschrieben. Gut geeignet hierfür ist PERLKA Kalkstickstoff.

ERGÄNZUNGSDÜNGUNG:

Die Ergänzungsdüngung erfolgt nach dem zweiten Aufwuchs bzw. nach der Heuernte bis ca. Mitte Juli. Zu diesem Zeitpunkt reicht eine Düngermenge von 2 bis 3 dt/ha PERLKA oder auch herkömmlichem N-Dünger aus.

 Nur gepflegte Weiden liefern auch gesundes Futter, welches wiederum Grundvoraussetzung für gesunde und langlebige Pferde ist.

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